Die Frage, welches Profil auf das Becken kommt, ist meist schnell beantwortet. Die schwierigere Frage lautet: Wohin verschwindet die Abdeckung, wenn sie geöffnet ist? Davon hängt ab, wie das Becken später aussieht, ob ein Technikschacht nötig ist und wie viel gebaut werden muss.
Wer diese Entscheidung früh trifft, spart erheblichen Aufwand. Wer sie vertagt, hat später oft nur noch eine Möglichkeit.
Die Grundentscheidung: am Becken oder im Becken
Sichtbar auf dem Beckenrand
Die Aufrollwelle bleibt am Becken, geschützt hinter einer Verkleidung.
Dafür: Auf nahezu jedem bestehenden Becken nachrüstbar. Keine baulichen Eingriffe, kein Schacht, kein Beton. Die wirtschaftlichere Lösung — und die einzige, die auch nachträglich immer funktioniert.
Zu bedenken: Die aufgerollte Abdeckung ist sichtbar und sollte gegen Sonneneinstrahlung geschützt werden. Dafür gibt es Verkleidungen in Holz, Edelstahl oder Kunststoff — die zugleich ein Gestaltungselement sind und als Sitzbank ausgeführt werden können.
Geeignet für: Bestandsbecken, Nachrüstung, wirtschaftlich orientierte Projekte.
Unsichtbar im Becken
Die Welle sitzt in einem Schacht unterhalb der Beckenumrandung. Ist die Abdeckung geöffnet, sieht man von der Technik nichts.
Dafür: Optisch die ruhigste Lösung. Die Beckenkante bleibt eine durchgehende Linie, die Terrasse eine Fläche. Bei Architekturprojekten ist sie deshalb meist gesetzt.
Zu bedenken: Es braucht einen Schacht. Bei Neubau ist das eine Planungsaufgabe, kein Problem. Bei Bestandsbecken bedeutet es Bauarbeiten — machbar, aber aufwendig und teuer.
Geeignet für: Neubau, Sanierung mit Umbau, Architekturprojekte.
Die Unterflur-Varianten im Einzelnen
Unterflur ist nicht gleich Unterflur. Je nach baulicher Situation kommen verschiedene Lösungen infrage:
Welche Variante infrage kommt, hängt von Beckenkonstruktion, Wasserspiegellage, Überlaufsystem und verfügbarem Platz ab. Diese Entscheidung sollte gemeinsam mit dem Schwimmbadbauer getroffen werden — wir beraten mit.
Schnittbilder aller sechs Varianten finden Sie auf der Seite zur Unterflur-Aufrollvorrichtung. Bewegte Aufnahmen der Anlagen im Betrieb zeigen wir auf unserem YouTube-Kanal.
Die Sonderlösung: Hubanlage
Bei einer Hubanlage wird die Aufrollvorrichtung samt Abdeckung angehoben und abgesenkt. Im abgesenkten Zustand verschwindet die Technik vollständig unter der Beckenumrandung — im angehobenen Zustand ist sie zugänglich.
Das ist gestalterisch die anspruchsvollste Lösung und zugleich die aufwendigste. Sie kommt bei Neubau oder Grundsanierung infrage, häufig bei Hotel- und Architekturprojekten, wo die Fläche mehrfach genutzt werden soll.
Optional: wenn Innen- und Außenbecken zusammenkommen
Bei durchgehenden Becken zwischen Halle und Garten trennt eine vertikale Beckentrennung die beiden Bereiche — eine senkrecht laufende Abdeckung, die den Durchschwimmkanal verschließt. Damit lässt sich der Außenteil im Winter abtrennen, ohne den Innenbereich aufzugeben.

Checkliste: Was bei der Planung früh feststehen sollte
Diese Punkte gehören geklärt, bevor gebaut wird:
- 1Ober- oder Unterflur? Bestimmt, ob ein Schacht nötig ist — die folgenreichste Entscheidung.
- 2Wo liegt der Wasserspiegel? Skimmer- oder Überlaufbecken verändern die Auflage der Abdeckung.
- 3Gibt es eine umlaufende Auflagekante oder einen Handlauf? Entscheidend für den Unfallschutz.
- 4Wo verlaufen Strom und Steuerung? Die Zuleitung muss zum Aufsteck- oder Rohrmotor geführt werden. Wo soll die Verteilerdose sitzen?
- 5Wie wird die Abdeckung bedient? Schlüsselschalter, Funk, Einbindung in die Haustechnik — oder alles drei?
- 6Bleibt die Aufrollvorrichtung sichtbar? Dann früh über die Verkleidung entscheiden: Holz, Kunststoff oder bauseitige Verkleidung?
Unsere Abdeckungen sind auf eine Gesamtlast von 100 kg ausgelegt (Mini Cover: 80 kg). Das bedeutet: Fällt ein Erwachsener, ein Kind oder ein Haustier auf die geschlossene Abdeckung, sinkt die Fläche nicht sofort ein.
Diese Tragfähigkeit dient ausschließlich dem Unfallschutz. Eine Poolabdeckung ist kein Laufweg und nicht dafür gedacht, betreten zu werden.
Und sie wirkt nur unter einer baulichen Voraussetzung: Die Abdeckung muss umlaufend auf einer Auflagekante oder einem Handlauf aufliegen. Fehlt diese Auflage, kann die Fläche seitlich ausweichen — die Tragfähigkeit der Profile allein genügt dann nicht. Bei Überlaufrinnen ist ohne abgesenkten Wasserspiegel und Handlauf kein Unfallschutz gegeben. Zusätzliche Gurte und Karabiner sind nachrüstbar.
In jedem Fall gilt: Keine Abdeckung ersetzt die Aufsichtspflicht über Kinder am Wasser. Sie ist eine zusätzliche Barriere, keine Erlaubnis wegzuschauen.
Für Planer und Fachbetriebe
Architekten und Planungsbüros erhalten von uns technische Unterlagen und Daten für die Ausschreibung — zur Architekten-Seite. Schwimmbadbauer finden Konditionen, Konfigurator-Zugang und Montageunterlagen im Partnerbereich.


